German ARCE ROSS. Paris, mars 2015.

Référence bibliographique (toute reproduction partielle, ou citation, doit être accompagnée des mentions suivantes) : ARCE ROSS, German, « Andreas Lubitz er begangen hat einen Mord altruistisch? », Nouvelle psychopathologie et psychanalyse. PsychanalyseVideoBlog.com, Paris, 2015.

Version française parue à L’Obs Le Plus : http://leplus.nouvelobs.com/contribution/1345624-crash-de-l-a320-andreas-lubitz-un-suicide-c-est-surtout-un-homicide-sacrificiel.html

Andreas-Lubitz-DEE_3247465bTraduction de ce texte en allemand faite par la psychiatre allemande, Dr. Anne-Heide Henschel, à qui je remercie de tout coeur.

Has Andreas Lubitz committed an altruistic murder?

In the investigation of the crash of the Airbus A320 Germanairwings company, the thesis of the suicide of the co-pilot Andreas Lubitz is mentioned. Why would he have brought with him 149 people? According to specialists, it could be an altruistic suicide. What is this phenomenon? And how to prevent it? Lighting by German Arce Ross, psychoanalyst.

Almost nothing is known about the life of Andreas Lubitz, the 28-year-old copilot from Germanwings, who seems to have committed suicide while flying his plane.

We only know that he had a fragile personality and that he had stopped for several months training as a pilot because of severe depression. Questions arise about his act: would it be an altruistic suicide?

Andreas Lubitz er begangen hat einen Mord altruistisch?

Bei der Untersuchung des Absturzes des Airbus A320 Germanwings Unternehmen scheint es sich umSelbstmord desCo-Piloten Andreas Lubitz zu handeln . Warum  brachte er 149 Menschen um? Nach Ansicht von Experten könnte essich um einen eine altruistischen Selbstmord handeln. Andreas Lubitz oder hat er ein eher altruistische Mord begangen hat? Betrachtungen von German Arce Ross, Psychoanalytiker.

Wir wissen fast nichts  über das Leben von Andreas Lubitz, Co-Pilot von 28 Jahren  der Germanwings- Fluggesellschaft, der Selbstmord begangen zu haben scheint  .

Wir wissen nur, dass er eine fragile Persönlichkeit hatte und dass  er seinePilotenausbildung für mehrere Monate  wegen schwerer Depressionen unterbrochen hatte. So stellt sich die Frage bezüglich seiner Tat: war dies ein altruistischen Selbstmord?

Unus pro omnibus, omnes pro uno (Einer für alle, alle für einen)

Ein altruistischen Selbstmord ist eine Tat, bei der dem Selbstmörder Nahestehende tötet ,oder ein kollektiver Selbstmord . Wie bei Sektenbewegungen,  wird das Motto « Einer für alle, alle für einen » angewendet .

Bei einem  altruistischen Selbstmord tötet  der Selbstmörder oft die eigenen Kinder oder andere Familiemitglieder  , da das Subjekt  tief in den Komplexen des Familienkreises verstrickt ist. In diesen Fällen, istder Täter   zumeist eine Person, deren Liebesfähigkeit mit starken Angstgefuehlen verbunden ist und die deshalb , nach Fusion und Heil, jenseits des Lebens, strebt.

In diesen Fällen  wird getötet, um alle Spuren des eigenen Lebens auszulöschen: die eigenen Papiere, Erinnerungen … und die eigene Familie.

Die anderen mit  in den eigenen Schlussakt nehmen

In einigen Fällen, wie zum Beispiel bei Andreas Lubitz, ziehe ich e vor, von altruistischen Mord zu sprechen, das das Subjekt, anstatt des Selbstmordes  der eigenen  Familie den Selbstmord  des Anderen wählt.

Er nimmt andere, unbekannte Menschen anstatt der eigenen Verwandten mit in in seinen letzten Akt. Der  exstremste Akt  ist nicht der Selbstmord mit Toetung der eigenen Familie, sondern die Ermordung , das” Opfer »,  von149 Menschen.

Diese anderen Menschen sind nicht völlig unbekannt, sondern Fluggäste und Kollegen , die zu seinem Arbeitsplatz gehoeren ,was den  altruistischen Charakter der Handlung  betont.

Die Passagiere, « Begleiter des Selbstmordes »

Die angebliche Selbstmord des Copiloten ist nicht einfach zu verstehen, weil die Handlung an sich  ein spektakulärer Horror ist. Andreas Lubitz handelt von einem Ort aus, an dem er  die absolute Machr über die Passagiere- und das Flugzeug hat , aus  einem hermetisch abschlossenen Cockpit. Dort  ist   er völlig allein und  nimmt  die Flugzeugpassagiere als Geiseln. Es ist ein erzwungener Selbstmord.

So scheintdie Tötung eine Opferung sein, die nicht aus Hass oder Rivalität gegenüber den Opfern erfolgt, sondern sie als « Begleiter des eigenen Selbstmords »benutzt , vermutlich zur eigenen Entlastung oder um der Tat mehr Wert zu geben.

Das Subjek tötet sich  nicht allein, wie im Falle  des egoistischen Selbstmords, in einer dunklen Ecke und verloren in seiner geheimsten Intimität. In tiefer Stille und unter Ausübung absoluter Autorität, eignet ere r sich  der Leben der Anderen an und opfert sie , in einem heiligen extremen letzten Akt.

Altruismus oder emotionale Katastrophe

Wir verwenden den Begriff « Altruismus » in diesem Zusammenhang  in besonderer Weise, nicht  als grundlegendes philosophisches Prinzip philanthropischer Haltungen oder karitativen Aktionen, auch wenn man eine solche Haltung bei einigen manisch-depressiven Subjekten   in der vorkritischen Phase möglicherweise finden kann.

In der Tat kann das Subjekt vor der Entstehung einer großen manischen Krise versuchen, durch eine soziale, humanitäre odere andere Maßnahme angehalten werden, als ob es  auf der Suche nach einem Sinn in seinem Leben sei.

Im Fall von altruistischen Angsten handelt es sich um eine extrem fehlerhaften Liebe  des Anderen,   um sinnlose Emotionen , wenn auch voller Angstgefühle, in denen sich der Andere ohne Maß oder Vorsicht in seine Beziehung zum Subjekt wirft. Der Altruismus wird somit zum emotionalen Desaster, quälend und qualvoll, dem der Andere das Subjekt unterzieht .

Eine starke Identifikation mit dem « Retter »

Solche Handlungen sind das Ergebnis  tiefgreifender Persönlichkeitveränderungen, die oft  unbemerkt  eintreten. Sie können in einigen manischen Personen  zu einer starken Identifikation mit dem « Retter »   führen.

Auch  wenn die Motivation  dieser Handlungen, offensichtlich die Idee des Selbstmords ist, fuehrt der gleichen Hi beängstigende und manische Hintergrund wie den altruistischen Selbstmörder und den altruistischer Mörder zur Tat.

Der Kliniker muss wachsam Warnzeichen suchen und erkennen,um, solche Handlungen zu vorhersehen zu können.Aus meiner eigenen klinischen Beobachtungen, kann ich sagen, dass besonders kritisch Momente  sind, in denen das Subjekt von « der Flucht der Ereignisse »ergriffen wird.

Einige überraschende und ungewöhnliche Ereignisse im Leben des Subjekts, intersubjektiven Ereignisse manchmal äußerst positive oder in einem triumphierenden Geist erlebt, können  in einer manchmal schwindelerregenden Abfolge zum Kontrollverlust führen.

Diese Warnzeichen sind oft schwer zu erkennen, wenn man keinen tiefen Einblick in diePersönlichkeit des Subjekts hat. Große technologische Kompetenz  kann mit tiefer,verzweifelter Einsamkeit  koexistieren.

Die Aktivität des Piloten ist empfindlich

Für Piloten, die Entscheidungen treffen und Initiativen unternehmen  , die tödlich für andere sein können ,sollte eine regelmäßige psychologische Beratung , sowohl einzeln , als auch in der Gruppe , vorgeschrieben werden.

HR-Profis sind keine Kliniker , das heißt , sie sind weder ausgebildete Psychologen noch Psychiater oder Psychoanalytiker  . Es ist wohlbekannt,dass in diesem Rahmen die psychologischen Tests    meist nur ein soziales Spiel sind, das die HR-Profis  und alle Beteiligten beruhigt  , aber keine wirkliche Effizienz für eine psychopathologische Diagnose haben.

Für die klinische Beurteilung der Piloten , deren Arbeit  so empfindlich ist , sollten  daher  unbedingt kompetenteKliniker und Praktiker der Psychopathologen, klinische Psychologen und Psychoanalytiker eingesetzt werden.

German ARCE ROSS. Paris, 2015.

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